Umweltlabor
Elektromagnetische Verträglichkeit
Die in den letzten Jahren stark zunehmenden Entwicklungen der Elektronikbranche machen sich in der Luftfahrt bemerkbar. Insbesondere an Bord moderner Reiseflugzeuge erwarten die Passagiere ein großes Angebot an Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Folglich enthalten moderne Flugzeugkabinen neben elektronischen Systemen, die für den Flug notwendig sind, immer mehr Geräte, die ausschließlich für den Komfort der Passagiere sorgen.
Solche Geräte können eine beträchtliche Verstärkung des „E-Smogs“ bewirken und müssen daher im Rahmen der luftfahrttechnischen Zulassung elektromagnetischen Verträglichkeitsprüfungen (EMV) unterzogen werden.
Die EMV-Richtlinien geben Regeln und Begrenzungen der Beeinflussung verschiedener Geräte untereinander vor. So muss ein Gerät in seiner Umgebung unter gewissen Störeinwirkungen einwandfrei und zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig darf es keine unzumutbare Störgröße für seine Umwelt darstellen.
In unserem Umweltlabor ist ein kompletter Bereich speziell für EMV-Prüfungen eingerichtet. Dieser verfügt über eine Absorberkammer sowie eine Reihe von Testgeräten, die für die Durchführung der geforderten Tests u. a. nach RTCA DO-160 notwendig sind. Dabei werden sowohl kabelgebundene als auch feldgebundene Effekte untersucht. Insbesondere die Störausstrahlung eines Gerätes ist bei der Erst-Zulassung von größter Bedeutung, da diese andere im Flugzeug befindliche Elektronik (z. B. Avionic), welche für die sichere Flugdurchführung entscheidend sind (z. B. ILS-Empfänger oder Autopilot), in ihrer Funktion stören könnte.
Schock- & Vibrationstests
Auf dem Schwingtisch (Shaker) unseres Umweltlabors werden Schock- und Vibrationstests durchgeführt. Diese simulieren mechanische Belastungen, denen Luftfahrtgeräte während ihres Einsatzes im Flugprofil ausgesetzt sind. Hierzu zählen Vibrationen, die u. a. in Triebwerken entstehen, so wie Schocks und Stöße, wie sie bei Start und Landung oder bei einem Crash auftreten.
Für beide Belastungsarten gilt, dass sie sich nicht nur lokal sondern global auf das gesamte Luftfahrzeug auswirken. Demzufolge lassen sich, abhängig von Luftfahrzeugtyp und Einbauort des Gerätes, unterschiedlich starke Belastungshöhen und -verläufe identifizieren. Diese werden vom Shaker simuliert.
Maßgebliche physikalische Größen bei den Vibrationstests sind Frequenzbereich und Beschleunigung, sowie bei den Stoß- und Schocktest die Größen Beschleunigung, Pulsdauer und Schockprofil.
Die Schock- und Vibrationstests werden im Rahmen einer Zulassungsqualifikation durchgeführt. Sie weisen nach, dass das getestete Gerät, den Belastungen der Luftfahrt ohne Beeinträchtigung der Funktion standhält.
Temperatur- & Luftfeuchtigkeitstests
In der Klimakammer unseres Umweltlabors werden Temperatur- und Luftfeuchtigkeitstests durchgeführt. Diese simulieren thermische und klimatische Belastungen, denen Luftfahrtgeräte während des Betriebes in verschiedenen Klimazonen und Witterungsbedingungen ausgesetzt sind.
Bei Linienflugbetrieb in heiße Gegenden sind Temperaturschwankungen von ca. 100 K (+40°C am Boden und -55°C auf Flughöhe) keine Seltenheit. Temperature Variation Tests bilden diese Umweltbedingungen nach. Eine andere Herausforderung stellt die Kombination von hoher Temperatur mit hoher Luftfeuchtigkeit dar, wie er in tropischen Regionen auftritt. Diese Bedingungen werden in Humidity Tests simuliert.



Zertifiziert nach
